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30. November 2018

Putz bröckelt an manchen Stellen schon ab

Anzeiger für Harlingerland 30.11.2018
Kreispolitiker sehen sich bei einem Rundgang einige der neuralgischen Stellen an.

WITTMUND. (mh) Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Bausubstanz der BBS Wittmund nicht mehr zu retten ist, dann ist dieser bei einem Rundgang durch das Gebäude untermauert worden. Die Kreispolitiker des Schulausschusses zumindest zeigten sich – im wahrsten Sinne – beeindruckt von dem, was ihnen die Architektin Maike Winter (Thalen Consult) zeigte – nämlich einen umfassenden Verfall.

Ausschuss-Vorsitzender Jens Multhaupt (SPD) sprach von einem „Elf-Millionen-Projekt“, mit dem man sich nun befassen müsse. BBS-Leiterin Christine Steinröder führte die Gruppe zu einigen markanten Stellen, so in einen inzwischen gesperrten Klassenraum, von dessen feuchten Wänden der Putz abbröckelt; und in den feuchten Keller. „Der Sanierungsstau ist riesig“, sagte Steinröder. Als dann Maike Winter von Schadstoffen sprach, die man im Boden und in Dämmmaterial aufgespürt hat, war allen klar: Eine Sanierung lohnt kaum noch.

Besser ist ein Neubau, mit dem man die Schule komplett nach modernen Richtlinien neu aufstellen und den Raumbedarf anpassen kann. Landrat Holger Heymann rechnete vor: „Eine Sanierung würde uns mindestens neun Millionen Euro kosten – mindestens.“ Ein Neubau nach neuesten Kriterien sei unterm Strich wahrscheinlich langfristig die wirtschaftlich bessere Lösung.“

Auch die Sprecher aller Fraktion pflichteten ihm bei. Fokko Saathoff (SPD) meinte: „Der Landkreis hat in zurückliegenden Jahren viel Geld in die allgemeinbildenden Schulen investiert – jetzt ist die BBS an der Reihe.“ Allerdings ließ Saathoff durchklingen, dass ein BBS-Neubau in Wittmund nicht auf Kosten der Esenser erfolgen dürfe: „Die Esenser werden zu Löwen, wenn die BBS-Außenstelle Esens in Gefahr kommt.“

Sowohl Birgit Becker (CDU) als auch Ulrike Maus (Grüne) sprachen sich für einen Neubau aus. Letztere empfahl zudem, das komplette Gebäude mit einer Wärmebildkamera zu untersuchen. Auch Rita Kube AfD plädierte für den Neubau, warf aber zugleich eine Frage auf: „Das Gebäude steht doch noch gar nicht so lange – warum ist es so schnell kaputtgegangen?“ Eine Antwort erhielt sie darauf allerdings nicht.

Der Ausschuss empfahl einstimmig, eine Sanierung des Gebäudes nicht mehr zu verfolgen und stattdessen eine Raumbedarfsplanung für einen Neubau ermitteln zu lassen.

 

Der Putz bröckelt ab. Architektin Maike Winter zeigte
besonders betroffene Gemäuer im B-Trakt der BBS.

BILDer: Manfred Hochmann